Alle 5 Tage im Einsatz, aber zuviel Papierkram

Die Kolkwitzer Ortswehr ist im vergangenen Jahr 73 Mal ausgerückt. So die Bilanz bei der Jahreshauptversammlung am 17.01.2020. Nicht nur in der gesamten Großgemeinde sondern auch überörtlich, etwa über Tage in der Lieberoser Heide. Einsätze, die an die Substanz gehen. Neben den Einsätzen belastet aber auch der Verwaltungsaufwand die Feuerwehr.

Natürlich waren es vor allem die Waldbrände, die die Kolkwitzer Kameradinnen und Kameraden im letzten Jahr beschäftigt haben. Das Tanklöschfahrzeug mit seinen 4.000 Litern Wasser ist oft zur Unterstützung angefordert worden. In der kompletten Großgemeinde und darüber hinaus. In der Lieberoser Heide waren die Kameraden im Schichtbetrieb über mehrere Tage im Einsatz. „In der Waldbrandsaison war das Kolkwitzer TLF kaum noch im Gerätehaus. Das ging bis an die Grenze der Belastbarkeit für Mensch und Technik“, lobt Gemeindewehrführer Steffen Theiler die Einsatzbereitschaft der Kolkwitzer Ortswehr. Besonders in Erinnerung dürfte den Kolkwitzern neben Wald- und Flächenbränden aber auch diverse schwere Unfälle geblieben sein und der Großbrand in Babow zum Jahresende. Ordnungsamtsleiter Martin Mathow – selbst Feuerwehrmann – überbrachte den Dank des Bürgermeisters für das Engagement bei Tag und Nacht: „Die Kolkwitzer Ortswehr übernimmt eine unverzichtbare Aufgabe in der Großgemeinde. Ihr rettet nicht selten Menschenleben, befreit Verletzte aus Autowracks, beschützt wertvolle Güter und setzt Euch bei Unwettern Gefahren aus, wo andere Schutz in ihren Häusern suchen. Und das ehrenamtlich und rund um die Uhr.“ Dazu braucht es natürlich die passende Ausrüstung: Die Gemeinde hat sich für ein neues TLF5000 beworben, welches das über 25 Jahre alte Tanklöschfahrzeug ablösen soll, außerdem werde gerade über neue Bekleidung nachgedacht. Am Geld werde es dabei nicht scheitern, so die positive Botschaft von Martin Mathow.
Positiv ist auch die personelle Entwicklung der Kolkwitzer Ortswehr: Die ist inzwischen auf 68 KameradInnen gestiegen, inzwischen ist jeder Spind im Gerätehaus gefüllt. Auch die Anzahl der Teilnehmenden pro Einsatz steigt. Ebenso kann sich Jugendwart Christian Otte über großes Interesse an der Jugendfeuerwehr freuen.

Weniger Grund zur Freude ist der deutlich gestiegene Verwaltungsaufwand. Besonders das Prämien- und Ehrenzeichengesetz hat die Feuerwehr gewaltig unter Druck gesetzt. Hier hat sich gezeigt: Gut gemeint heißt nicht immer gut gemacht. Die Ortswehrführung hat Stunden und Tage damit verbracht, Dienstbücher zu wälzen, und Anwesenheitslisten von Lagern zu prüfen, um nachzuweisen, dass die KameradInnen die nötigen 40 Stunden Feuerwehrdienst geleistet haben. „Das ging Teilweise an die Grenze der Leistungsfähigkeit und hat eigentlich nichts mehr mit Feuerwehrdienst zu tun“ so Gemeindewehrführer Steffen Theiler. Das Land habe mehrfach nachbessern müssen, bis das Gesetz einigermaßen anwendbar gewesen sei. „Wir hatten einen immensen Verwaltungsaufwand durch ein Wahlkampfgeschenk. Jeder, der damit zu tun hatte hat gemerkt: Vor der Wahl wurde mit Versprechen und Schecks gewedelt und wir mussten die Gesetzesentwürfe den KameradInnen erklären. Am Ende gab es gab viel Unmut. Früher ging es nur um Orden, jetzt geht es um Geld. Und bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf.“
Und neuer Papierkram steht bereits ins Haus: Die Gemeinde führt eine neue Feuerwehr-Verwaltungssoftware ein. Dazu müssen erstmal alle Daten von Hand geprüft und eingepflegt werden. Danach soll das Programm die Arbeit aber erleichtern, verspricht Steffen Theiler.
Denn eigentlich soll die Feuerwehr ja nicht sich selbst verwalten, sondern für andere da sein.
Eins ist sicher: Dazu ist Kolkwitzer Ortswehr auch im Jahr 2020 hervorragend aufgestellt.

Einsätze im Jahr 2019:
• 22 Brandeinsätze
• 13 Verkehrsunfälle
• 12 Türnotöffnung/Tragehilfe
• 10 Natur
• 8 Brandmeldeanlage
• 5 Ölspur
• 3 Sonstige

Weil wir im August unser 110. Gründungsjubiläum feiern, wollen wir zu diesem Anlass die Ehrungen und Beförderungen vornehmen. Trotzdem gab es auch zur Jahreshauptversammlung ein paar Urkunden

Verkehrsunfall

Das Kolkwitzer HLF wurde zu einem Verkehrsunfall gerufen, gemeldet war eine eingeklemmte Person. Durch die zuerst eingetroffenen Kräfte konnte Entwarnung gegeben werden: Die Person war zwar leicht verletzt, aber nicht eingeklemmt. Die Kolkwitzer Ortswehr konnte also wieder abrücken.

Gesundes neues Jahr

Wir wünschen allen Kolkwitzerinnen und Kolkwitzern ein gesundes Jahr 2020!

Ein ganz besonderes Jahr. Denn die Ortswehr Kolkwitz wird 110 Jahre alt. Das wollen wir im August mit Ihnen feiern. Alles Weitere später an dieser Stelle 🙂

Kommen Sie gesund und munter durchs Jahr 2020!

Gebäudebrand

Im Ortsteil Babow brannte es auf einem Dreiseitenhof. Eine Lagerhalle, in der drei Traktoren und ein Mähdrescher abgestellt waren, brannte komplett herunter. Ein angrenzendes Verwaltungsgebäude wurde ebenfalls schwer beschädigt. Zusätzlich wurde ein weiterer Traktor durch die Brandeinwirkung beeinträchtigt. Personen waren nicht in Gefahr. Allerdings wurden durch den Brand auch einige Ställe zerstört, wodurch mehrere Gänse ums Leben kamen.
Die Feuerwehr konnte weitere Vögel in Sicherheit bringen und eine Katze retten.
Unter Atemschutz und mit Schaum wurde das Feuer gelöscht. Der Bauhof versorgte die Einsatzkräfte mit neuen Schläuchen und Atemschutzgeräten.

Fotos: Christian Otte

Ölspur

Eine Dieselspur zog sich von Zahsow kommenden durch Kolkwitz weiter auf die L 49.
Da nach der ersten Erkundung klar war, dass die Spur weiter durch Limberg in Richtung Vetschau führte, ließen wir über die Leitstelle Lausitz die Ortswehren Glinzig und Limberg nachalarmieren.

Die Feuerwehr streute die Straße mit Bindemittel ab und beseitigte damit die Gefahr.

Verkehrsunfall

Ein Auto war von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die Feuerwehr musste erst mehrere Bäume entfernen, um anschließend den Fahrer aus dem Fahrzeug holen zu können. Dieser war eingeklemmt und mit Schere und Spreizer musste ein Zugang zum Patienten geschaffen werden. Er wurde dann dem Rettungsdienst übergeben. Die Feuerwehr sicherte ausserdem die Einsatzstelle, fing auslaufende Betriebsstoffe ein und leuchtete den Ort aus.